Kategorie-Archiv: Duisburg

Duisburger Journalisten laden ein zur kleinen Talkshow ins Stadtfenster

Journalistentreff: Vom Informationsradio zur Dudelwelle – geht Radio nur noch so?

Auf dem Podium beim Journalistentreff (v. l.): Tom Hegermann, Uwe Schulz und Moderator Thomas Münten. Fotos: privat.
Uwe Schulz und Tom Hegermann zählten zu den bekanntesten Stimmen des WDR. Jahrzehntelang haben sie den Sound von WDR 2 als Moderatoren mitgeprägt. Auf der Bühne in der Stadtbibliothek im Stadtfenster präsentiert der Fernsehjournalist Thomas Münten, Vorsitzender des DJV (Deutscher Journalisten-Verband) in Duisburg, im Gespräch die Radiojournalisten und Moderatoren Uwe Schulz und Tom Hegermann.

Beide haben sich freiwillig von der beliebtesten Hörfunkwelle des WDR, WDR 2, verabschiedet. Über ihre Beweggründe, was das Radio heute anderes ist als noch vor zehn Jahren und wohin der Weg des Radios führt, aber auch, wie Journalisten mit den „Lügenpresse“-Vorwürfen umgehen können, was Fake News und ihre Akzeptanz in der Gesellschaft verändern, reden beide beim Journalistentreff des DJV Ortvereins Duisburg, zu dem alle interessierten Bürger herzlich eingeladen sind.

Der Presseverein Niederrhein-Ruhr, DJV-Ortsverein in Duisburg, lässt mit dem Journalistentreff eine Veranstaltung wieder aufleben, die auf viele Jahre Tradition in der alten Stadtbibliothek im Europa-Haus zurückblicken kann. Im Januar 2012 hatte der letzte Journalistentreff stattgefunden. Am Freitag, 19. Januar, macht der DJV Duisburg um 20 Uhr auf der Bühne der Stadtbibliothek im Stadtfenster an der Steinschen Gasse einen neuen Anlauf. Karten sind in der Zentralbibliothek zum Preis von 5 Euro erhältlich. Während der Veranstaltung sorgt das Cafe der Bibliothek für Getränke und Snacks.

Tom Hegermann

Tom Hegermann. Foto: privat.
Geboren 1960 in Duisburg. Hegermann studierte Politik, Geschichte, Amerikanistik und Journalismus an der Gesamthochschule Duisburg und der American University in Washington D.C. 1984 begann er als freier Journalist. Erst hat er geschrieben. Dann gesprochen. Schließlich moderiert. Denn je länger er als Journalist gearbeitet hat, desto spannender fand er das Gespräch, das Live-Interview mit Politikern und Managern. Mit Wissenschaftlern und Entdeckern. Mit Wortkargen und Wortgewaltigen. Mit Introvertierten und Extrovertierten. Genau das ist inzwischen in vielfacher Hinsicht sein eigentlicher Job. Er bringt Menschen miteinander ins Gespräch. Und bringt Menschen bei, wie das geht, die Kommunikation in der Öffentlichkeit. Und ab und an macht er auch noch ein wenig Radio. Nach vielen Jahren bei WDR 2 jetzt bei WDR 5. In der Wirtschaftssendung Profit.

Uwe Schulz

Uwe Schulz. Foto: privat.
Aus´m Revier ins Radio. Bei der Schülerzeitung „Zentrifuge“ am Gymnasium Bergkamen entdeckte Uwe Schulz seine Leidenschaft für den Journalismus. Heute ist er Moderator bei WDR 5 – und fühlt sich beim Radio sichtlich wohl. Er tut das, was er eigentlich nie tun wollte und erzielt sogar noch treffliche Erfolge damit: Irgendwann stellte er dann fest, dass das, was er da schreibt, auch anderen Spaß macht und gefällt. Nur zum Radio, das wollte er nie. Das Entscheidende war, dass sein Weg in den Journalismus ihn über das Studium führen sollte. Schulz, dessen größtes Hobby seine Ehefrau ist (die hat kurioserweise zwei Jahrzehnte fast direkt neben seinem Elternhaus in Bergkamen gewohnt und dennoch sind sich die beiden damals nie über den Weg gelaufen), ist bekennender Shopping-Mann, der auch gerne durch die Kerzenabteilung bei Ikea schlendert. Hat er Zeit, macht er gerne alles zwischen „gammeln und Lieblingsfilme gucken“, steigt aufs Mountainbike oder liest – am liebsten sachorientierte Bücher. Er ist außerdem „ein Kind lutherischer Prägung und ein Fan von Dietrich Bonhoeffer.“ Schulz ist auch als Autor des Bestsellers: „Nur noch eine Tür: Letzte Gespräche an der Schwelle des Todes“ erfolgreich.

Thomas Münten. Foto: privat.
Gastgeber ist der Vorsitzende des Pressevereins Niederrhein-Ruhr, Ortsverein des DJV in Duisburg, Thomas Münten. Er absolvierte sein Volontariat bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), und wechselte 1990 im Anschluss daran zum Lokalfunksender Radio K.W. Bereits 1991 wurde er Chefredakteur von Radio EN. 1994 wechselte Münten zum WDR-Fernsehen in Düsseldorf, moderierte von 2000 bis 2004 die Lokalzeit Bergisch Land und arbeitete bis 2009 für die Aktuelle Stunde. Im März 2009 ging er zum ZDF: Dort arbeitet er für das Landesstudio Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Weitere Tätigkeiten erfolgen beim Fernsehmagazin Frontal21 in Berlin. Im August 2017 deckte Münten gemeinsam mit Heiko Rahms, Ulrich Stoll und dem Recherchenetzwerk CORRECTIV auf, dass der Parteivorsitzende der AfD, Jörg Meuthen, während des Landtagswahlkampfes in Baden-Württemberg erhebliche Parteispenden aus der Schweiz angenommen hat, ohne sie anzugeben und darüber gegenüber der Organisation „lobbycontrol“ und der Bundespressekonferenz gelogen hatte. Münten ist als Gastdozent für investigativen Journalismus an der Universität Passau tätig.

Wasserskianlage Wedau: Sommer- und Familienfest des Pressevereins

Der DJV Duisburg auf der Wasserskianlage Wedau. Foto: Andreas Probst.
Auch wenn der Wettergott nicht so recht mitspielen wollte, so hatten doch Mitglieder des Pressevereins Niederrhein-Ruhr und ihre Familienangehörigen viel Spaß auf der Anlage Wasserski Wedau in Duisburg-Neudorf: Auf dem überdachten Grillplatz, beim Fitnesstraining und einige Mutige auch beim Wasserski fahren. Ein paar Eindrücke in Bildern …
 
 
Fotos: Andreas Probst
 
 

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Einladung zum Sommerfest am 9. September 2017

EINLADUNG zum SOMMERFEST
Am 9. September 2017 von 11 bis 17 Uhr
Auf dem Gelände des

Navigation: Friedrich-Alfred-Straße (DU-Neudorf), Bertaallee 10, 47055 Duisburg

Wir beteiligen uns an den Runden auf dem Wasser, die ersten Getränke und die Verpflegung mit Grillgut sind auch enthalten !!!

Zudem wird uns eine Fitnesstrainerin kostenlos in ein kleines Fitnessprogramm einweisen. Also denkt an bequeme Sportkleidung und Badehose. Wasserski und Neoprenanzug sind schon da. Wir haben einen überdachten Grillplatz gebucht und bitten euch um

Anmeldung bis zum 1.September unter:
anmeldung (at) djv-duisburg.de

Wir freuen uns auf rege Teilnahme und bleiben bis dann

Euer Vorstandsteam im Presseverein Niederrhein-Ruhr

Die pdf zum Download.

Workshop zur „Berichterstattung über Zuwanderung in den Medien“ in Duisburg

Wo seriöse Berichterstattung an Grenzen stößt
Von Petra Grünendahl

Zuwanderung aus Südosteuropa gibt es seit der Aufnahme von Bulgarien und Rumänien in die Europäische Union im Jahr 2007. Lange waren die Migranten kein Thema in den Medien – nicht in Duisburg und nicht deutschlandweit. Erst ab 2012 rückte besonders das Wohnhaus „In den Peschen“ in Duisburg-Rheinhausen in den medialen Fokus: Nicht nur lokal, sondern bundesweit schrieb es Schlagzeilen als „Problemhaus“. Rechtspopulisten fanden in der Umgebung des Hauses breite Zustimmung, die ihnen bei der Kommunalwahl einige Sitze im Stadtrat einbrachten. Nach Drohungen („Fackelt die Hütte ab“ war zum Beispiel in Hetz-Gruppen auf Facebook zu lesen) gab es Mahnwachen von Initiativen, die sich dort platzierten, das Leben der Hausbewohner zu schützen. Welches Bild von den Zuwanderern aus Südosteuropa zeichneten also insbesondere die lokalen Medien, dass sie solche Handlungsweisen begünstigten oder eventuell gar provozierten?

Was ist der Sumpf? Der Leser muss bis zum letzten Satz lesen, um festzustellen, dass etwas anderes gemeint ist, als das reißerisch aufgemachte Zitat vermuten lässt.
Was ist der Sumpf? Der Leser muss bis zum letzten Satz lesen, um festzustellen, dass etwas anderes gemeint ist, als das reißerisch aufgemachte Zitat vermuten lässt.
Zusammen mit dem Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) hatte der Presseverein Niederrhein-Ruhr e. V., Ortsverein des DJV in Duisburg, einen Workshop zum Thema „Berichterstattung über Zuwanderung in den Medien“ auf die Beine gestellt. Grundlage des Workshops war eine Medienanalyse des DISS über die „Einwanderung aus Südosteuropa nach Duisburg in lokalen Medien“, bei der die Wissenschaftler die zentralen Aussagen des Diskurses herausgearbeitet hatten. Neben der Leiterin des DISS, Dr. Margarete Jäger waren Iris Tonks und Zakaria Rahmani an dem Projekt beteiligt: Sie untersuchten die Berichterstattung in zwei Tageszeitungen (WAZ und Rheinische Post) sowie zwei Anzeigenblättern (Stadt-Panorama und Wochenanzeiger). […] Die Teilnehmer des Workshops empfanden die Reflektion auch über die eigene Arbeit als wichtigen Beitrag, der sie an manches Thema künftig vielleicht bewusster heran gehen lässt. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit der Studie und ihren Ergebnissen auseinander zu setzen.

Den vollständigen Bericht gibt es im nächsten DJV-Journal …

Kontakt und Informationen zur Studie:
Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS)
Siegstr. 15, 47051 Duisburg, http://www.diss-duisburg.de

© 2016 Petra Grünendahl

Einladung zum Workshop „Zuwanderung in der Berichterstattung der Medien“ am 17. Februar 2016

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

so wie heute das Thema „Flüchtlinge“ breiten Raum in der Berichterstattung einnimmt, war es noch vor gar nicht allzu langer Zeit das Thema „Zuwanderung aus Südosteuropa“. Das „Problemhaus“ in Rheinhausen machte sogar bundesweit Schlagzeilen.

In diesem Zusammenhang hat das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) sich im Auftrag der Open Society Foundations (OSF) mit der Berichterstattung über die Zuwanderung aus Südosteuropa in den lokalen Medien unter diskursanalytischen Gesichtspunkten beschäftigt. Dabei wurden die zentralen Aussagen des Diskurses herausgearbeitet. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Untersuchung auf Deutungsmuster und Bilder, die durch die Berichte bei den Lesenden erzeugt werden. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema ist sicherlich für alle Kollegen und Kolleginnen sinnvoll, die aktuell und in Zukunft über Migration berichten.

Deshalb laden wir euch, liebe Kolleginnen und Kollegen, zu einem Workshop ein, bei dem die Autorinnen der Studie, Dr. Margarete Jäger und Iris Tonks, M.A., uns ihre Erkenntnisse vorstellen und mit uns gemeinsam reflektieren wollen.

Am Mittwoch, 17. Februar 2016 um 19 Uhr bis ca. 22 Uhr
im Konferenzzentrum Kleiner Prinz, Schwanenstr. 5 – 7, 47051 Duisburg.

Parkplätze gibt es auf dem Burgplatz vor dem Rathaus (bis 20 Uhr gebührenpflichtig)
und in der Königsgalerie, Zufahrt: Steinsche Gasse 25 (gebührenpflichtig).

  1. Vortrag über die Studie und ihre Erkenntnisse. Eine Zusammenfassung der Studie aus dem DISS-Journal findet ihr im Anhang, die vollständige Studie gibt es hier: http://www.diss-duisburg.de/2015/07/diss-studie-zur-lokalen-medienberichterstattung-ueber-die-migration-aus-suedosteuropa/
  2. Diskussion zur Berichterstattung in den Medien unter Einbeziehung der Studie.
  3. Gruppendiskussion/Reflektion: Wie sehen wir als Berichterstattende unsere Rolle? Was wird uns vorgegeben, welche Spielräume haben wir, wie sehen wir uns als Handelnde?

Wir freuen uns über euer Erscheinen und bitten um Anmeldung bis zum 10. Februar unter: anmeldung(at)djv-duisburg.de.

Viele Grüße
Thomas Münten, Vorsitzender
Presseverein Niederrhein-Ruhr e. V.

PS: Diese Einladung als pdf zum Download …

DJV Duisburg: Presseverein Niederrhein-Ruhr spendet 5.000 Euro für die Arbeit des „Petershofs“

In diese herausfordernden Zeiten müssen wir Journalisten mit einem alten Grundsatz von Hajo Friedrichs brechen: Sich nicht gemein zu machen mit einer Sache, auch nicht mit einer Guten.

Hilfreich zur Seite stehen auch Schwester Ursula und Azubi Muhammad Ali Saado (aus einer libanesischen Clanfamilie) ,der im Petershof eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement macht. Foto: Andreas Probst.
Hilfreich zur Seite stehen auch Schwester Ursula und Azubi Muhammad Ali Saado (aus einer libanesischen Clanfamilie) ,der im Petershof eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement macht. Foto: Andreas Probst.
Das geht angesichts des Flüchtlingsdramas, das uns auch hier in Duisburg erreicht, nicht. Darüber haben wir alle berichtet, ein Teil von uns auch in Duisburg-Marxloh, von der Polizei als „No Go Area“ verbrämt, von Flüchtlingswellen aus Europa und Syrien gebeutelt und von der Stadtpolitik größtenteils allein gelassen. Dort versucht Pater Oliver Potschien, sich dem Alleinlassen entgegen zu stellen und organisiert mit seinen freiwilligen Helfern und dem von Ihm gegründeten „Georgswerk“ unter anderem soziale und medizinische Hilfe, zu der weder Stadt noch Land sich bisher bereit gefunden haben, abseits von Formularen oder Zuweisungen.

Hilfreich zur Seite stehen auch Schwester Ursula und Azubi Muhammad Ali Saado (aus einer libanesischen Clanfamilie) ,der im Petershof eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement macht. Foto: Andreas Probst.
Hilfreich zur Seite stehen auch Schwester Ursula und Azubi Muhammad Ali Saado (aus einer libanesischen Clanfamilie) ,der im Petershof eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement macht. Foto: Andreas Probst.
Wenn die Behörden versagen, müssen die Menschen einspringen, diese Erkenntnis haben wir nicht erst am Münchner Hauptbahnhof eindrucksvoll dokumentieren können. Deshalb wollen auch wir nicht zurückstehen, sondern als Duisburger Journalisten ein Zeichen setzen. Der Unterstützungsverein des Duisburger Pressevereins, der sich um in Not geratene Duisburger Journalisten kümmert und der Hauptverein, die Gewerkschaftsorganisation des Deutschen Journalisten Verbandes in Duisburg, haben deshalb zu gleichen Teilen zusammen 5000 Euro an Pater Oliver übergeben, um seine Arbeit zu unterstützen und mit zu finanzieren. Der Vorsitzende des Pressevereins Niederrhein-Ruhr, Thomas Münten, und der Vorsitzende des Unterstützungsvereins, Andreas Probst, haben die Spende in diesen Tagen überreicht. Auf den Fotos sind sie nicht zu sehen, weil es Ihnen nicht um ihre Spende, sondern um Pater Oliver geht. Täglich kommen 100 – 120 Hilfesuchende in das Pfarrhaus.

Einmal die Woche werden 50-60 Flüchtlinge von ehrenamtlich tätigen Ärzten und Krankenschwestern medizinisch betreut. Vor der medizinischen Untersuchung bekommt jeder Kranke einen Teller Eintopf.

Es gibt zudem eine Kleiderkammer und einen Tafel-Laden.

– Pressemeldung des Pressevereins Niederrhein-Ruhr e. V. –
Fotos: Andreas Probst

Zoospaziergang: Presseverein Niederrhein-Ruhr übernimmt Patenschaft für ein Zebra

Zoo Duisburg gewährte Einblicke hinter die Kulissen
Von Petra Grünendahl

Der Zoospaziergang war vor allem für die Kinder ein Erlebnis: Sie durften die Tiere streicheln und füttern. Foto: Petra Grünendahl.
Der Zoospaziergang war vor allem für die Kinder ein Erlebnis: Sie durften die Tiere streicheln und füttern. Foto: Petra Grünendahl.
“Unsere Elefantendame schüttelt sich, weil sie Bewegungsprobleme hat. Sie ist früher mal falsch gehalten worden“, erklärte Zooführer Manuel, der die Besuchergruppe zusammen mit seinem Kollegen Marvin durch verschiedene Stationen des Zoos führte. Daisy ist ein ehemaliger Zirkuselefant, der seit einigen Jahren schon im Zoo Duisburg lebt, in einer naturnahen Anlage am Elefantenhaus mit drei weiteren Artgenossen. Mit ihren 30 Jahren ist sie hier die Älteste im Gehege. Auch die verantwortlichen Tierpfleger wissen Spannendes zu erzählen und anschaulich zu vermitteln, bevor die Kinder die großen Tiere mit Möhren füttern dürfen – so viel Nähe zu den Tieren gewährt der Zoo nicht allzu häufig. Normalen Zoobesuchern bleiben solche Einblicke hinter die Kulissen verwehrt.

Als Sommerfest hatte der Presseverein Niederrhein-Ruhr e. V. seine Mitglieder mit Familie eingeladen zum Zoospaziergang im Zoo Duisburg. Begrüßt wurde die Truppe vom Biologen Volker Grün aus dem Leitungsteam des Zoos. Ausgewählte Stationen bei Elefanten, Koalas und Robben, im Affenhaus und bei den Zebras standen ebenso auf dem Programm wie eine Vorführung im Delfinarium. Neben den fachkundigen und informativen Erzählungen der Tierpfleger standen auch immer die Kinder im Mittelpunkt, die die Tiere streicheln und füttern durften.

Die meisten Tiere lassen sich gerne streicheln, aber nicht alle: „Koalas sind keine Kuscheltiere, gestreichelt werden mögen sie gar nicht“, erzählte der Tierpfleger im Koalahaus. Die possierlichen Tierchen schlafen fast den ganzen Tag auf ihren Bäumen, wenn sie nicht gerade Eukalyptus knabbern. „Sieben bis acht Kilo braucht so ein Tier am Tag. Nach dem 11. September 2001 und dem Vulkanausbruch vor ein paar Jahren auf Island haben wir richtig Probleme gekriegt“, erklärte Manuel. Die Einschränkungen im Flugverkehr machten die Einfuhr von Eukalyptus aus Australien fast unmöglich. Der Zoo Duisburg ist europaweit für die Züchtung des Koalas verantwortlich. Alle Koalas weltweit sind Eigentum des australischen Staates, Tiere im Zoo sind nur „Leihgaben“. „Zoos ‚besitzen’ heute keine Tiere mehr“, berichtete Manuel.

50 Jahre Delfinarium im Zoo Duisburg
“Die Besucher sollen von hier etwas mitnehmen”, erklärte Roland Edler. Seit 32 Jahren arbeitet er als Tierpfleger im Delfinarium mit den Tieren, die er genau kennt und fachkundig den Besuchern vorführt. Gut 1.400 Plätze hat das Delfinarium – meistens sind die Vorführungen voll besetzt, obwohl – oder vielleicht gerade: weil sie nicht auf Show getrimmt, sondern lehrreich sind. Drei Vorführungen gibt es am Tag mit den „großen Tümmlern“, so heißt die hier gehaltene Delfinart. Man stellt sie nicht aus, sondern arbeitet mit ihnen, erforscht sie. Fünf der sieben Tiere sind in Duisburg geboren: Lediglich die beiden Ältesten, Ivo (36) und Peppina (34), nicht. Bei den Übungen mit den Delfinen macht sich Edler den Spieltrieb der Tiere zu nutze, den sie bis ins hohe Alter bewahren. Die großen Tümmler sind weltweit keine gefährdete Art: Mehrere Millionen Exemplare schwimmen in den Weltmeeren. „In ‚freier Wildbahn’ würden unsere Tiere nicht überleben: niemand steckt ihnen dort die Fische ins Maul“, erklärte der Duisburger Wal- und Delfinexperte. Der älteste Tümmler, den man in „freier Wildbahn“ tot aufgefunden hat, war 60 Jahre alt – das älteste Tier, das in „Gefangenschaft“ gestorben ist, war 61 Jahre.

Presseverein zeigt Streifen: Patenschaft für ein Zebra

Presseverein Niederrhein-Ruhr wird Zebra-Pate. foto: Petra Grünendahl.
Presseverein Niederrhein-Ruhr wird Zebra-Pate. foto: Petra Grünendahl.
Ein Zebra im Zoo Duisburg bekam bei diesen Anlass einen Tierpaten: Der Presseverein Niederrhein-Ruhr hat die Patenschaft übernommen und finanziert damit für ein Jahr die Futterkosten des Tieres. Zwar gibt es einige größere Sponsoren im Duisburger Zoo, aber Sponsoren und Eintrittgelder decken die Kosten bei weitem nicht. Der Zoo bietet Duisburgern die Möglichkeit, sich mit Tierpatenschaften für eine begrenzte Zeit zu engagieren. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag, dass eines der beliebtesten Ausflugsziele in NRW die Qualität seiner Arbeit aufrecht erhalten kann. Der Presseverein Niederrhein-Ruhr dokumentiert mit seiner Zebra-Patenschaft seine Verbundenheit mit Duisburg.

Zoo Duisburg

Leisten einen wichtigen Beitrag: Tierpatenschaften im Zoo Duisburg. Foto: Petra grünendahl.
Leisten einen wichtigen Beitrag: Tierpatenschaften im Zoo Duisburg. Foto: Petra grünendahl.
Im Jahr 1933 wurde der “Tierpark am Kaiserberg” auf 4 ha eröffnet. Heute umfasst das Areal des Zoo Duisburg 16 ha, auf denen ca. 4.000 Tiere in großzügigen, naturnah gestalteten Anlagen leben. Der Zoo ist als wissenschaftlicher Zoo in den entsprechenden deutschen, europäischen und weltweiten Fachverbänden organisiert: Tiere erforschen, nachzüchten und Tieren Lebensraum geben, die gefährdet sind in „freier Wildbahn“, gehört zu seinen Aufgaben. Rund eine Millionen Besucher kommen im Jahr an den beidseitig der A3 am Autobahnkreuz Kaiserberg gelegenen Tierpark. Der Haupteingang befindet sich auf der Mülheimer Straße 273, einen Nebeneingang gibt es an der Carl-Benz-Straße (der ist aber im Winter geschlossen). Mehr Infos: www.zoo-duisburg.de

© 2015 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (30 inkl. Youtube-Slideshow), Andreas Probst (10, Galerie)